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Ein Besuch im Gailtaler Heimatmuseum

Hermagor/Möderndorf

„…das muss es sein!“ Eine Kurve noch und unser Wagen rollt über den knirschenden Kies auf den Platz vor dem Gailtaler Heimatmuseum. „Hurra angekommen!“

Der erste Eindruck: Eine wehrhafte Befestigungsanlage. Stark, wuchtig und mächtig begrüßt uns, in strahlendem Weiß, das markante Bauwerk. Nichts Verspieltes ist an der Fassade zu finden, nichts Feines. Ernst und fest, tief verankert seit vielen Menschenleben, ein Fels in der „Brandung“.

Früher einmal mag hier der sichere Rückzugsort für die von schatzbrandenden Horden bedrohte Bevölkerung gewesen sein, später einmal zum Landgericht erhoben, schmorten im Verlies die Verurteilten, und jetzt ist es, renoviert und in seinem Mauerwerk gesichert und strahlend schön, in den Stand des „Gailtaler Heimatmuseums“ erhoben.

Mag. Siegfried Kogler, der studierte Volkskundler, begrüßt uns herzlich und führt uns durch das kühle Gemäuer. Die Hochsommerhitze lassen wir draußen und auch den Alltag. Wir tauchen ein in die faszinierende

historische Sammlung von Georg Essl, dem Begründer dieser umfangreichen Museumssammlung…

Auf vier (!!) Stockwerken präsentieren sich uns, in mit Natursteinboden ausgelegten Schauräumen, unter dunklen, schweren Deckenbalken zahlreiche Exponate die uns staunen lassen. Trachten, Schmuck und Keramik, Münzen, Masken, Gemälde und Waffen, Artefakte aus der Kelten- und Römerzeit, weltweit bedeutende Fossilienfunde sowie eine originale Schulklassen-Möblierung und sonst noch so allerlei Schätze sind zu entdecken.

Im Zuge der Besichtigung findet sich so manches Unbenannte und doch so Faszinierende. Eine filigrane Sitzgarnitur in einer Fensternische zum Beispiel, deren zart verstrebte Rückenlehne uns an die anmutigen Schwingen eines Schwanes bzw. den ästhetischen Schwung einer Harfe erinnert. Fragmente, wahrscheinlich einer steinernen Göttinnenskulptur,  die im Stiegenaufgang ihren Platz gefunden hat, und vieles mehr…

Die Bilder des Kärntner Malers Rupert Rebernig, welche gemeinsam mit Fotografien von Hermann Verderber ebenfalls im Schloss präsentiert werden, überraschen uns mit wunderbaren Pastellfarben. Eine Wohltat für die Seele, eine spannende Annäherung für jeden Kunstinteressierten, denn je nach Entfernung und Winkel lässt sich immer wieder Neues in den Gemälden entdecken. In seinen Exponaten präsentiert sich uns eine dynamische Spachteltechnik in warmen pastelligen Farbklängen, die ihren ganz besonderen Widerhall in jedem Betrachter finden.

Zum Abschluss finden wir uns im Vortragssaal ein, der sich unter den hohen Balken des Schlossdaches befindet. Uns faszinieren die handwerklichen Zimmermannarbeiten, zahlreiche präzise ineinander verschnittene Holzverstrebungen und Zargen geben dem schweren Dachstuhl die nötige Stabilität und Sicherheit. In uns kommt Respekt und Achtung vor dieser Handwerkskunst auf. Solcher Art präsentiert sich dieser Saal in seinem erhabenen Charakter und lädt Dichter und Autoren ein, hier ihre Lesungen und Vorträge zu halten. Bei Bedarf sorgt hier, bei all zu großer sommerlicher Hitze, ein Klimagerät für angenehme Temperaturen.

An dieser Stelle sei ein herzliches Dankeschön an Herrn Mag. Kogler ausgesprochen, der uns mit so viel Fingerspitzengefühl, Sachkenntnis und Witz durch diese beeindruckende Museumsausstellung geführt hat.
Ein Geheimtipp den wir gerne weitergeben!

Für all jene die jetzt auf den Geschmack gekommen sind und das Schloss in Möderndorf bei Hermagor gerne persönlich besuchen möchten, hier die Kontaktdaten:

Förderungsverein Gailtaler Heimatmuseum
Schloss Möderndorf 1
9620 Hermagor
Tel. 04248 / 3060

Öffnungszeiten: derzeit bis Ende August D i -So 10 - 17 Uhr,
Sept. bis Okt. siehe Homepage des Museums

Anmeldung erbeten
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Homepage des Museums

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