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Kuba zwischen Revolution und Kapitalismus

Ein Reisebericht von Angelika Kampfer und Jakob Staunig

Am 15.01.2015 fand  eine sehr gelungene Veranstaltung im Kulturhaus in Weißenstein an der Drau statt, das vom Bürgerforum Weißenstein und seinen engagierten Mitgliedern mit der Unterstützung von Hr. Lorenzini (Technik) sowie dem Gasthaus Staber (Ausschank) veranstaltet wurde. Der mitreißende Diavortrag, mit Filmeinlagen, war ein so großer Erfolg, dass es  am 28.02.2015 eine Wiederholung dieses  Vortrags im Kulturhaus geben wird.

Karibische Klänge und eine knallbunte Potpourie aus den herrlichsten Südseefotos empfängt das Publikum beim Betreten des großen Saals unseres Kulturhauses in Weißenstein. Die blumengeschmückten Tische füllen sich in Rekordzeit und eiligst werden zusätzliche Stühle für die hereinströmenden Gäste herbeigeschafft. Der große Saal ist zum Bersten voll und die Vorfreude auf den Reisebericht über Kuba liegt spürbar in der Luft…

„Karibik“, der Klang dieses Namens vibriert unter der Haut und lässt sogar bei jenen Südseestimmung aufkommen die bis jetzt noch nie dieses Inselparadies, eingebettet zwischen dem Atlantischen Ozean, dem Karibischen Meer und dem Golf von Mexiko, bereist haben.

Wie selbstverständlich werden wir zu Angelikas und Jakobs Reisegefährten und wandern mit ihnen gemeinsam durch holprige Gassen, radeln entlang weitläufiger Tabakplantagen, genießen den herrlichen Blick auf paradiesische Urwälder (geschütztes Weltkulturerbe), laufen am kilometerlangen weißen Strand entlang und köpfeln in die türkisfarben leuchtende, glasklare Südsee. Abends dann besuchen wir Tanzcafes in denen die Einheimischen bis spät in die Nacht engumschlungen und hingebungsvoll Salsa, Rumba und Mambo tanzen…

„Einfach nur glücklich sein“. Für diese Menschen scheint Glück nichts mit materiellem Überfluss zu tun zu haben. Aus ihren Gesichtern leuchtet Zufriedenheit und Lebensfreude.

„Kuba, wie schön bist du!“ Können wir auf einer wackeligen, alten Holzplanke lesen, die am Straßenrand steht und als Verkehrsschild dient, wobei es den Anschein hat als wäre der Schriftzug mit einer Tafelkreide über das ruppelige Holz gezogen worden. Auf kreative Art und Weise werden, in Ermangelung an Schaukelstühlen, von geschickten Männern einfach alte Metallgestelle zu solchen umfunktioniert und fehlende Kindersitze für Fahrräder kurzerhand aus Holz gezimmert. Was fehlt wird durch Einfallsreichtum und Eigenengagement wettgemacht.

Das Land scheint (mindestens) drei Gesichter zu haben. Einmal das des üppigen mit seinen paradiesischen, vor Fruchtbarkeit und Lebenskraft strotzenden Urwäldern, der Reinheit des glasklaren Meeres und des tropischen Klimas. Ein zweites zeigt das der heimischen Bevölkerung und deren Lebensumstände unter dem dort momentan noch  herrschenden Handelsembargo der USA. Im kontrastreichen Gegensatz zwischen alten, in leuchtenden Farben lackierten, amerikanischen Straßenkreuzern, die vor bröckelnden Fassaden touristengerecht platziert werden, zeigt sich dann das dritte, das touristengerechte Gesicht dieses Landes mit all seinen, für zahlungskräftige Touristen inszenierten Erholungsresorts…

Wenn man bedenkt dass die friedfertigen Arawacken (Urbevölkerung Kubas), die ihre Insel als das „Land der Mitte“ bezeichnet hatten, durch Versklavung, Verfolgung, Beraubung ihres Agrarlandes und ihres Besitzes, sowie durch eingeschleppte Krankheiten letztlich ganz ausgerottet wurden, dann würde man sich wünschen dass nie ein Fuß eines „Eroberers“ dieses Land betreten hätte…

Anfang 1959 stürzten Revolutionäre (Che Guevara) den kubanischen Diktator Fulgencio Batista und errichteten ab 1961 (Deklaration von Havanna) einen sozialistischen Staat. Dies führte letztlich zu einem dauerhaften Embargo der USA sowie weiterer westlicher Staaten. Meinungsäußerung, Presse-, Vereinigungs-, Versammlungs- und Bewegungsfreiheit werden im herrschenden diktatorischen Regime massiv beschnitten. Es gibt keine unabhängige Gerichtsbarkeit und auch Menschenrechtsvereinigungen sind nicht zugelassen…Es ist erschreckend mitansehen zu müssen wie ein einstmals reiches Land (Kuba zählte vor der Revolution, gemäß Pro-Kopf-BIP, zu den reichsten Ländern Lateinamerikas / es war der weltweit der größte Exporteur von Zuckerrohr) durch politische und wirtschaftliche Sanktionen in die Knie gezwungen werden soll.

Eine mögliche Einnahmequelle ist auf Kuba sicherlich der Massentourismus der Anfang der 1920er-Jahre durch die Prohibition in den Vereinigten Staaten ausgelöst wurde. Kuba wurde ein beliebtes Reiseziel der US-Amerikaner, da es nah an Florida lag und keinerlei Beschränkungen im Glücksspiel und im Drogenhandel unterlag...

Dies alles steht im krassen Kontrast zu den herrlichen Südfrüchten die das Land nach wie vor für seine Menschen hervorbringt, den segensreichen und heilbringenden Naturstoffen, die für die Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden, und der fröhlichen Zigarre rauchenden afro-indigenen Mentalität südländischer KubanerInnen…

Zum Abschluss möchten wir uns noch  bei dem großartigen und zahlreichen Publikum und all jenen, die zum Gelingen dieses Abends beigetragen haben, ganz herzlich bedanken und freuen uns schon auf zahlreiche Gäste bei unseren nächsten Veranstaltungen!

Ihr

Bürgerforum Weißenstein

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